Datenbrillen helfen Arbeitseffizienz bei Wartung und Logistik zu steigern

Die R7 verfügt über einen 2,7 GHz-Vierkernprozessor, 3 GB RAM und 64 GB Speicherplatz. Zwei Lithium- Ionen-Batterien mit je 650 mAh sind in den Bügeln der Brille verbaut.

Eine kabellose Datenbrille mit 2,7 GHz Quad-Core Prozessor und transparenten, stereoskopischen Displays erhöht sowohl die Effizienz in Logistik als auch bei Wartungsanwendungen. Der Trend zu diesen Minicomputern hält an, laut Christian Ried, Geschäftsführer der Ried System Electronic GmbH als offizieller europäischer Distributor von ODG.

In der Industrie wird zunehmend auf Datenbrillen zurückgegriffen, um mittels Augmented Reality (AR)-Anwendungen die Arbeitseffizienz zu steigern. Die sogenannten Smart Glasses sind beispielsweise bereits im Logistikbereich bei Volkswagen und DHL im Einsatz, versprechen jedoch auch Vorteile in der Fertigung und Montage sowie bei Service und Wartung: So kann ein Außendiensttechniker bei einer Reparatur etwa von einem Experten bekommen – und hat gleichzeitig die Hände frei, um die nötigen Schritte sofort umzusetzen. Doch längst nicht alle Systeme, die auf den Einsatz als Head-up-Display ausgelegt und im Markt erhältlich sind, erweisen sich als ausgereift und praxistauglich. Der US-amerikanische Hersteller ODG, der schon 2014 seine erste Datenbrille auf den Markt  brachte, hat mit der R7 jedoch ein erprobtes Modell im Portfolio, das eigens für die industrielle Nutzung entwickelt wurde und flexibel einsetzbar ist. Die kabellose, mit einem 2,7 GHz Quad-Core-Prozessor und 64 GB Speicherplatz ausgestattete Brille verfügt über stereoskopische See-through-Displays, eine Full-HD-Kamera, digitale Mikrofone und verschiedene Stabilisierungssensoren. Ihr Android-basiertes Betriebssystem macht die R7 zu einer Baukastenlösung, die mit unterschiedlichen, auch individuell programmierbaren Apps erweiterbar ist.

Technik, die begeistert.

„Neben der Nutzung bei klassischen Videokonferenzen werden AR-Datenbrillen in Unternehmen derzeit besonders häufig für Kommissionierungsaufgaben eingesetzt“, so Christian Ried, Geschäftsführer der Ried System Electronic GmbH, dem offiziellen europäischen Distributor von ODG. „Bisher war der zuständige Mitarbeiter meist auf papierbasierte Auflistungen angewiesen, musste also immer auf einen Zettel schauen und dann beispielsweise die Regale in einem Lager nachdem richtigen Produkt absuchen.“ Selbst die Nutzung eines Tablets stellt hier keine wesentliche Erleichterung dar, da dieses vom Kommissionierer mit herumgetragen werden muss; er hat somit die Hände für das Picken nicht frei.

Datenbrillen wie die R7 können diesen Vorgang nun deutlich vereinfachen und sind dafür mit umfangreicher Hardware ausgestattet: Das für industrielle Anwendungen entwickelte Modell von ODG beispielsweise verfügt über einen 2,7 GHz-Vierkernprozessor, 3 GB RAM und 64 GB Speicherplatz. Zwei Lithium-Ionen-Batterien mit je 650 mAh sind in den Bügeln der Brille verbaut; der bei manchen Smart Glasses übliche schwere Akku am Gürtel sowie jegliche Verkabelung entfallen. In die magnetisch austauschbaren, selbsttönenden Brillengläser sind zwei stereoskopische, halbtransparente Displays mit 720 p und bis zu 80  60-prozentige See-Through-Übertragung erlauben. Neben zwei digitalen Mikrofonen und einer Full-HD-Autofokus-Kamera ist die R7 unter anderem mit mehreren inertialen Messeinheiten mit 3-Achs-Beschleunigungsmesser, -Magnetometer und -Gyroskop versehen, die beispielsweise dafür sorgen, dass die Lage der Brille bestimmt werden kann. Die Kommunikation erfolgt über Bluetooth 4.1, WiFi-Dualband und die globalen Navigationssatellitensysteme GPS und Glonass.

Analog zur Anwendung im Straßenverkehr kann die Datenbrille bei einer Nutzung in der Logistik den Picker durch die eingeblendeten Richtungsanweisungen direkt zum richtigen Regal lotsen.
Analog zur Anwendung im Straßenverkehr kann die Datenbrille bei einer Nutzung in der Logistik den
Picker durch die eingeblendeten
Richtungsanweisungen direkt zum
richtigen Regal lotsen.

Tolle Features.

Zu diesen Features kommt softwareseitig das proprietäre Betriebssystem ReticleOS hinzu, das auf Android Marshmallow basiert. Es ist mit einer Vielzahl von Software Development Kits kompatibel und kann auf diese Weise mit unterschiedlichsten Apps erweitert werden. Ergänzend ist über Ried beispielsweise eine Video-Conferencing-App erhältlich, mit der von einem PC auf das Bild der Brillenkamera zugegriffen werden kann. Dem Träger der Smart Glasses können auch Nachrichten oder Dateien geschickt werden. Für den Einsatz in der Logistik bedeuten die Optionen dieses Systems, dass Einzel- oder Multi-Order-Kommissionieraufträge nicht mehr über den üblichen Handzettel abgearbeitet werden müssen. Stattdessen lassen sich diese in den Brillendisplays anzeigen. Auch Informationen über die Regal- sowie Ablageposition eines Artikels lassen sich übermitteln. Zusätzlich kann die Brille Barcodes über die Kamera scannen und dank des Zugangs zum Datenserver das passende Artikeldatenblatt sowie das im System hinterlegte können die Smart Glasses den Picker direkt zum passenden Regal lotsen, indem etwa Richtungsanweisungen – zum Beispiel anhand eines grünen Pfeils – im Sichtfeld eingeblendet werden.

Der Kommissionierer hat dabei stets die Hände für seine Aufgaben frei. Die R7 kann selbst zur Qualitätssicherung genutzt werden, indem sie alle getätigten Arbeitsschritte dokumentiert. „Durch einen automatischen Hinweis auf dem Brillenbildschirm wird der Träger darauf hingewiesen, dass er beim Kommissionieren einen Artikel vergessen hat“, erklärt Ried weiter. Zudem kann vom Inneren des fertigen Pakets sowie vom Schritt des Verschließens ein Video oder ein Screenshot gemacht werden, um später nachweisen zu können, dass sich alle geforderten Teile bei Versand im Päckchen befunden haben.

Die Videobrille von ODG kann nicht nur im Bereich Lagerlogistik, sondern sehr flexibel für unterschiedlichste Anwendungen eingesetzt werden. „Dies liegt daran, dass die R7   ein Android-Betriebssystem gesteuert wird“, erläutert der Experte weiter. „Aufgrund dieser offenen Plattform ist es sehr einfach, Applikationen für die Brille selbst zu erstellen oder entwickeln zu lassen. Wir unterstützen die Anwender gerne bei der Planung individualisierter Lösungen und helfen auch bei der Partnerfindung für die Applikationsentwicklung.“