Digital Twin automatisch aktuell

Aucotec auf der SPS 2019 | Halle 6, Stand 110 

Ein Schwerpunkt der Aucotec AG auf der SPS 2019 ist die Unterstützung von Anlagenbetreibern auf ihrem Digitalisierungs-Weg. Der Engineering-Software-Entwickler zeigt auf der Messe, wie Bestandsanlagen automatisch ihren digitalen Zwilling über jede Änderung auf dem Laufenden halten können.

Aucotecs Plattform Engineering Base (EB) ist die Single Source of Truth für die Abbildung der Anlage. EBs disziplinübergreifendes Datenmodell erkennt via OPC UA, wenn ein Gerät in der Anlage verändert oder gewechselt wird. Dass alle Feldgeräte, die bisher nicht OPC-UA-fähig waren, über dieses Protokoll kommunizieren können, ermöglicht das neue „Hart IP Gateway“ von Phoenix Contact, das sich leicht auf eine Hutschiene im Feldverteiler klemmen lässt und die üblichen Hart-Signale der Geräte in OPC UA „übersetzt“.

OPC-UA-Verständnis und Webanbindung sind Voraussetzungen für die Kommunikation von Anlage und Engineering-System.

Aucotec und Phoenix Contact haben diese Lösung erstmals gemeinsam auf der Namur-Hauptsitzung Anfang November vorgestellt. Auf der SPS wird sie dann einem breiteren Publikum präsentiert. In einer Live-Demonstration auf dem Aucotec-Stand können Besucher verfolgen, wie ein Gerätetausch sich im Nu durchgängig in der gesamten Anlagendokumentation niederschlägt. EBs Objektorientierung, Webfähigkeit und OPC-UA-Verständnis machen das ebenso möglich wie die Gateways, die teure Remote-I/Os sparen beziehungsweise das Tauschen von funktionsfähigen Geräte, nur weil sie keine OPC UA-Schnittstelle haben.

Live und automatisch: aktueller „Health Status“.

Brownfield-Betreiber können so nicht nur sicher sein, jederzeit den aktuellen Stand ihrer Anlagen vorliegen zu haben. EB ist überdies in der Lage, die Namur-Empfehlung NE 107 an jedem Objekt in jeder Ansicht, von Grafik bis Liste, abzubilden. Damit ist jeder einzelne „Health Status“ erkennbar, der zum Beispiel zeigt, ob ein Gerät funktionsgerecht arbeitet, ob ein Fehler vorliegt oder Wartung erforderlich ist.

Änderungen in der realen Anlage schlagen sich direkt in EBs Dokumentation nieder.
Änderungen in der realen Anlage schlagen sich direkt in EBs Dokumentation nieder.

Nicht Dokumente aktualisieren, sondern Daten.

„All diese Informationen sind in EB direkt am Objekt verfügbar. EB ist datenzentriert, nicht filebasiert und aktualisiert daher nicht irgendein Dokument, sondern das komplette Datenmodell des Digital Twin“, betont Heinz Rechberger, Geschäftsführer bei Aucotec in Österreich. Dieses Prinzip wird immer wichtiger, denn laut einer VDMA/PwC-Studie zum Großanlagenbau wird sich der Anteil datengesteuerter Service-Modelle bis 2025 verdreifachen.

EB zeigt automatisch auch den Health Status jedes Objekts an.
EB zeigt automatisch auch den Health Status jedes Objekts an.

Die zusammen mit Phoenix Contact entwickelte digitale Aufwertung von Brownfield-Anlagen und ihren Dokumentationen ist für Aucotec ein konsequenter nächster Schritt. Auf der Namur-Hauptsitzung 2018 demonstrierte Aucotec zusammen mit dem ifak-Institut der Uni Magdeburg und der Höchster IGR anhand einer Versuchsanlage erstmals überhaupt, dass und wie eine Anlage mit ihrem Digital Twin kommunizieren kann. Jetzt ist daraus eine praktikable Lösung für Anlagen im realen Betrieb geworden.