Additive Manufacturing Experience Center: Technik erleben und verstehen

Seit April diesen Jahres neu am Erlangener Standort und der ganze Stolz der Mannschaft: das Additive Manufacturing Experience Center, kurz AMEC genannt.
Seit April diesen Jahres neu am Erlangener Standort und der ganze Stolz der Mannschaft: das Additive Manufacturing Experience Center, kurz AMEC genannt.

Technik zum Erleben – so könnte man das mit Anfang April eröffnete Additive Manufacturing Experience Center von Siemens am Standort in Erlangen kurz gefasst beschreiben. Das Unternehmen veranschaulicht in einer Ausstellung mit Exponaten und interaktiven Bildschirmpräsentationen den holistischen Siemens-Ansatz für Digitalisierung in der industriellen additiven Produktion.

Nikolas Witter demonstriert Exponate des AMEC, anhand derer die Vielfältigkeit und Professionalität des Additive Manufacturing eindeutig hervorgehoben werden soll.
Nikolas Witter demonstriert Exponate des AMEC, anhand derer die Vielfältigkeit und Professionalität des Additive Manufacturing eindeutig hervorgehoben werden soll.

“Additive Manufacturing revolutioniert die industrielle Fertigung“, dessen sind sich nicht nur Nikolas Witter und Markus Obermeier, beide zuständig für Business Development Additive Manufacturing in der Digital Factory Division der Siemens AG in Erlangen, bewusst – es liegt schlichtweg auf der Hand. Mit Hilfe des 3D-Drucks können zeitsparendkomplexe und dabei nahtlose Konstruktionen aus einem Guss gefertigt werden. Die Technologie erlaubt es weiters, Konturen und Formen zu kreieren, die in ihrer Präzision und Komplexität mit konventionellen Fertigungsmethoden nicht hergestellt werden können. Und anhand unterschiedlichster Ausstellungsstücke im Additive Manufacturing Experience Center am Standort Erlangen, kurz AMEC genannt, das für die Presse Anfang Oktober geöffnet war und generell von Interessierten besucht werden kann, ist die Kreativität und Perfektion des Additive Manufacturing anhand von diversen Beispielen ersichtlich.

Schritt für Schritt zum Ergebnis.

Demonstriert wird im Additive Manufacturing Experience Center zunächst der Schritt, in dem die Werkstücke digital designed und konstruiert werden. Ihre Produktion wird in der digitalen Welt simuliert und getestet, bevor der Druckauftrag schließlich an die 3D-Maschinen erteilt wird. Fehler und Optimierungen können vor Druck unzählige Male behoben bzw. durchgeführt werden, dem digitalen Zwilling sei Dank. „Der digitale Zwilling unterstützt den Anwender dabei, so perfekt wie möglich zu arbeiten und stets Optimierungen vorab durchführen zu können“, erklärt Obermeier anhand eines Beispiels, das er vorführt. Kommt es schließlich zum finalen Druckauftrag, kann dieser ebenfalls live vor Ort im neuen Additive Manufacturing Experience Center mit einer hybriden Bearbeitungsmaschine mit Lasertechnologie von DMG Mori oder an einem Mehrachs-Roboter der Firma Comau mit Druckknopf demonstriert werden. Der Roboter wird dabei mittels Siemens Sinumerik gesteuert. Beide Siemens-Experten betonten, dass „durchgängige Systeme immer mehr gefragt werden von Seiten der Industrie.“ Das bedeutet, der Anwender ist nicht mehr gewillt, die Arbeitsumgebung für einen nächsten Arbeitsschritt zu verlassen.

Neue Partnerschaften eingehen.

v.l.: Markus Obermeier und Nikolas Witter, beide verantwortlich für das Business Development Additive Manufacturing in der Digital Factory Division der Siemens AG/Erlangen, und Klaus Ponweiser, Geschäftsfeldleiter Machine Tool Systems für Siemens CEE, der die Werksbesichtigung begleitete.
v.l.: Markus Obermeier und Nikolas Witter, beide verantwortlich für das Business Development Additive Manufacturing in der Digital Factory
Division der Siemens AG/Erlangen, und Klaus Ponweiser, Geschäftsfeldleiter Machine Tool Systems für Siemens CEE, der die Werksbesichtigung
begleitete.

Und auch beim Thema Partnerschaften müssen Unternehmen, so auch Siemens, offen sein. So ist beispielsweise eine Zusammenarbeit mit Hage Sondermaschinenbau aus der Steiermark in Bezug auf einen neuartigen Druckkopf zustande gekommen. Gemeinsam mit einem Comau-Industrieroboter wird ein Anwendungsbeispiel des neuen Extrusionskopfes mit HSK-Aufnahme veranschaulicht. Und auch viele weitere neue Zusammenarbeiten mit Maschinenherstellern oder Materiallieferanten etc. werden sich künftig noch erschließen, denn „schließlich wird im AMEC vom digitalen Produktdesign und -entwicklung über die Druckvorbereitung bis zum realen industriellen 3D-Druck den Kunden die Möglichkeit geboten, sich sehr umfassend zum Thema zu informieren, darüber hinaus mit Additive Manufacturing-Maschinen und -Robotern zu experimentieren sowie gemeinsam mit den Siemens Experten eigene Lösungsansätze zu entwickeln“, fasst Witter zusammen. Eine kreative Stätte sozusagen.

Nachfrage ist hoch.

Die vielfältigkeit und Genauigkeit der Additiven Manufacturing ist beeindruckend.
Die vielfältigkeit und Genauigkeit der Additiven Manufacturing ist beeindruckend.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass seit der Eröffnung des Centers am 10. April das Interesse am AMEC nicht abfl acht. Seither waren um die 1.500 Interessierte vor Ort, „wovon etwa 1/3 Maschinen- und Anlagenbauer waren und 2/3 Endanwender“, resümiert Obermaier. „Denn“, so ergänzt er, „das AMEC wendet sich an Maschinenbauer, Maschinenbetreiber sowie Unternehmen, die Werkstücke im Bereich industrieller 3D-Druck konstruieren und anhand unserer Ausstellungsstücke und der praxisnahen Darstellung wird das Thema Additive Fertigung greifbar(er).“ Er ergänzt: „Mit Hilfe von 3D-Druck können zeitsparend komplexe und dabei nahtlose Konstruktionen aus einem Guss gefertigt werden. Diese Technologie erlaubt es Konturen und Formen zu kreieren, die in ihrer Präzision und Komplexität mit konventionellen Fertigungsmethoden nicht hergestellt werden können“, und genau das setzt den derzeitigen Trend noch lange fort. Weltweit sind bereits tausende AM-Maschinen für industrielle Anwendungen im Einsatz und auch Siemens nutzt in seinen Fertigungen bereits intensiv AM-Maschinen.

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