Im Gespräch MM Maschinenmarkt

Sorgsam mit Ressourcen umgehen

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Viele Wege führen zu einer nachhaltigeren Produktion.

Nachhaltigkeit ist ein Trendthema – oder wird es zu einem umfunktioniert? Ist es nicht eigentlich selbstverständlich, seinen Nachfahren eine weitgehend funktionierende Umwelt zu hinterlassen? Und weshalb beschäftigt sich gerade jetzt ein jeder mit diesem Thema? Diese Fragen zu beantworten wird eine Herausforderung.

von Stephanie Englert, im MM Maschinenmarkt 6-7/2021

Ende April wurde Tecla vorgestellt, ein Haus, aus dem 3D-Drucker. Der Clou: Es besteht aus „Erde“. Gebaut werden sollen die von dem italienischen Unternehmen Wasp kreierten Häuser in der Nähe von Ravenna. Die Häuser schauen aus wie kleine Bienenstöcke und, sofern man das sagen kann, sehr nachhaltig. Doch was ist eigentlich nachhaltig? Nachhaltigkeit ist laut Wikipedia ein „Handlungsprinzip zur Ressourcennutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme gewährleistet werden soll.“

„Die Wasserindustrie ist in vielen Punkten konservativ.“ - Antoine Walter, Senior Business Developer Water Treatment bei GF Georg Fischer Piping Systems
„Die Wasserindustrie ist in vielen Punkten konservativ.“ – Antoine Walter, Senior Business Developer Water Treatment bei GF Georg Fischer Piping Systems

Soweit so klar. Doch sobald industrielle Angelegenheiten mit dem Thema Nachhaltigkeit konfrontiert werden, wird die Thematik komplex. Kann eine Industrie nachhaltig sein? Sind beispielsweise aus Kunststoff erzeugte Produkte für den industriellen Einsatz überhaupt zeitgemäß und vor allem nachhaltig? Und welche Rolle spielt der Gebrauch und Verbrauch der Ressource Wasser in diesem Zusammenhang? Dies sind nur einige von vielen Fragen, die man sich stellen muss.

Im Fokus: Wasser.

Beim Ende April von GF Piping Systems veranstalteten Event „Flow the Future“ ging es genau um diese Themen. Eingangs wurde eine technische Innovation aus dem Haus GF präsentiert: die neue Absperrklappe 565, eine nachhaltige Lösung für die Prozessautomatisierung. Sie soll schlussendlich die metallenen Lösungen ersetzen, die stärker korrosionsanfällig sind. „Die Absperrklappe 565 ist eine Komplettlösung für das Wassersegment. Sie löst alle typischen Probleme, die Kunden mit Metallventilen hatten“, sagte Thomas Kuessner, Leiter Produktmanagement – Ventile bei GF Piping Systems beim digitalen Event in diesem Zusammenhang und ergänzte: „Die schnelle, einfache Nachrüstbarkeit ist ein weiteres Knockout-Argument, das unser hochzuverlässiges und besonders leichtes Produkt zu einem Gewinner im Marktsegment machen wird.“

Die neue Absperrklappe besteht aus Hochleistungsthermoplasten. Sie schützen die Absperrklappe 565 auch unter rauen Bedingungen wie Druckstößen und extremen Temperaturen vor Schäden.
Die neue Absperrklappe besteht aus Hochleistungsthermoplasten. Sie schützen die Absperrklappe 565 auch unter rauen Bedingungen wie Druckstößen und extremen Temperaturen vor Schäden.

Die neue Absperrklappe besteht aus Hochleistungsthermoplasten. Sie schützen die Absperrklappe 565 auch unter rauen Bedingungen wie Druckstößen und extremen Temperaturen vor Schäden. Zudem ermöglichen sie eine längere Lebensdauer in vielen Branchenanwendungen und damit einen größeren Beitrag für eine nachhaltigere Welt. Doch wie geht diese Innovation kompatibel mit der Vermeidung von Kunststoffen? Zukunft gestalten, auch mit Kunststoffen. Laut Antoine Walter, Senior Business Developer bei GF Georg Fischer Piping Systems im Bereich Wasser und Herausgeber des Podcasts „(don’t) Waste Water“ ist dies möglich. Man muss seiner Aussage nach nämlich ganz genau differenzieren, um welchen Kunststoff es sich handelt. Das Plastik unseres täglichen Gebrauchs ist ohne Zweifel ein Problem, auch langfristig betrachtet, wenn es nicht ordnungsgemäß recycelt und in Maßen benutzt wird.

„Bananen in Plastik zu wickeln, um sie im Supermarkt den Kunden anzubieten ist keine smarte Lösung“ – Antoine Walter, Senior Business Developer bei GF Georg Fischer Piping Systems im Bereich Wasser

Und auch Mikroplastik, das im Wasser stark vorhanden ist, ist eine „Herausforderung“ unserer Zeit. Mikroplastik? Diese festen, unlöslichen Polymere sind in Kosmetika und Waschmitteln sowie auch in Kleidung enthalten und gelangen oft ohne Wissen in den globalen Wasserkreislauf, wo sie wiederum zum Problem werden. Auch die Industrie bedient sich dieser, etwa beim Reinigungsstrahlen in Werften – um nur ein Beispiel zu nennen.

Walter betonte weiters: „Es geht auch darum, Kunststoff nachhaltig einzusetzen und als funktionierendes Wasser- bzw. Abwasser-Rohr mit langer Haltbarkeit ist Kunststoff sehr wohl auch nachhaltig.“ Er sagte, dass „wenn Länder bzw. Regionen mit funktionierenden und nachhaltigen Pumpensystemen innerhalb der eigenen Wasserversorgungen ausgestattet sind, kommt es automatisch zu einem nachhaltigeren Aspekt.“ Weshalb? Wasser geht etwa nicht durch Lecks verloren und darüber hinaus müsse oftmals auch weniger Wasser in Plastikflaschen benutzt werden, wie es in manchen Regionen dieser Welt üblich ist. „Eine Win-Win-Situation“, so Walter.

Für die kommenden Jahre bzw. Jahrzehnte bleibt die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in allen Teilen der Welt ein großes Thema. Unabhängig davon, ob man bestehende Systeme mit modernen, nachhaltigeren Lösungen wie der von GF Piping Systems austauscht oder im Green Field neue Systeme von Grund auf neu installiert – Wasser ist und bleibt ein emotionales und sehr wichtiges Thema. Walter betonte auch:

„Die meisten Wassersysteme in Industrienationen sind inzwischen auch einfach sehr alt und müssen dringend überholt werden, um mit dem neuesten Stand der Technik gehen zu können und auch nachhaltig zu agieren. Das wird eine große Aufgabe.“

Bildung als Basis für Nachhaltigkeit.

Wenn der Nachwuchs nun bereits sehr früh in der Schule mit dem Thema Nachhaltigkeit, Recycling und der Ressource Wasser konfrontiert und sensibilisiert wird, so kann man davon ausgehen, dass die Wichtigkeit dieser im Alltag greifbarer wird. Unwissen ist jedoch in allen Altersgruppen vertreten, das sieht auch Antoine Walter so. Hier kann Bildung, aber auch Social Media zwecks Aufklärung unterstützen. Doch seiner Ansicht nach muss gerade das Thema „Wasser“ noch stärker mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht werden. „Wasser ist für viele gerade in unseren Breiten noch viel zu selbstverständlich. Es kommt aus der Leitung, es wird zum Spülen auf der Toilette benutzt und es ist einfach rund um die Uhr vorhanden. Dass wir mit Wasser sehr nachhaltig umgehen müssen und es ebenfalls eine begrenzte Ressource ist, verstehen noch zu wenige“, resümiert er abschließend. Sensibilisierung helfe. Eines steht fest: Gerade bei industriell genütztem Wasser müsse stark auf den Nachhaltigkeitsaspekt geachtet werden. Anlageneffizienz ist das Stichwort. Lösungsansätze gibt es schon länger, egal ob man über Wasser-Mehrfachnützung spreche oder eben über Investitionen in neuere Anlagen.

Das Motto lautet für alle: Don’t waste water!

 

>> Zur neuen Butterfly Valve 565

>> Zum Podcast von Antoine Walter “(don’t) Waste Water!”

 

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