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Rittal Wire Terminal WT unterstützt Effizienzsteigerung im Unternehmen

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Der Wire Terminal WT von Rittal überzeugte die Kunden innerhalb kürzester Zeit. Seine Premiere feierte er Ende 2018 auf der SPS.

Mittelfristig sollten sich Unternehmen immer die übergreifende Frage stellen, ob sie den Weg in die Digitalisierung bzw. den Weg zur Effizienzsteigerung und einhergehend den Weg in eine unternehmerische Zukunft gehen möchten. Ing. Peter Hoffmann hat hier nicht nur als Produktmanager MBA für Mechanik, Klimatisierung und Automation Systems bei Rittal Österreich eine ganz klare Meinung: Die Zeit ist gekommen, die Weichen müssen gestellt werden zum Beispiel mit dem Wire Terminal WT.

Ing. Peter Hoffmann, MBA, Produktmanager Mechanik, Klimatisierung & Automation Systems bei Rittal
Ing. Peter Hoffmann, MBA, Produktmanager Mechanik, Klimatisierung & Automation Systems bei Rittal

MM: Mit den Drahtkonfektionier-Vollautomat Wire Terminal WT von Rittal konfektionieren Anwender ihre Drähte wirtschaftlich und effizient. Welche weiteren Vorteile werden geboten?
Ing. Peter Hoffmann: Grundsätzlich hilft der Drahtkonfektionier-Vollautomat Wire Terminal WT die Verdrahtung wirtschaftlicher und effizienter zu machen. Ohne Umrüstung können bis 36 unterschiedliche Drähte in den Querschnitten von 0,5 mm² bis 2,5 mm² vollautomatisiert produziert werden. Ablängen, Abisolieren und Crimpen erfolgt vollautomatisch, ohne dass ein Mitarbeiter eingreifen muss. Für die nachgelagerten Prozessschritte werden die konfektionierten Drähte geordnet gelagert. Das Ordnungssystem besteht aus einem 13-fachen Ablagesystem mit Drahtschienenmagazinen und kann bis zu 1.300 Drähte aufnehmen. Sollten zusätzliche Querschnitte in einem Arbeitsgang benötigt werden kann das Wire Terminal mit einer Liftoption ausgeführt werden, die den schnellen Wechsel auf unterschiedliche Crimpautomaten ermöglicht. In der Standardversion ist der Abisolier- und Crimpautomat RC-I vorgesehen. Dieser ermöglicht die Verarbeitung von fünf unterschiedlichen Leitungsquerschnitten von 0,5 mm² bis 2,5 mm² ohne Aderendhülsenwechsel.

MM: Die Premiere des neuen Wire Terminal WT wurde auf der SPS 2018 gefeiert. Es hieß: Die Neuentwicklung kann die Drahtkonfektionierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau um das 8-fache beschleunigen. Wie hat sich seit der Markteinführung das Produkt bei den Kunden bewährt – konnte der Wire Terminal WT überzeugen?
Ing. Hoffmann: Unsere Kunden sind vom Wire Terminal begeistert. Denn für sie ist es möglich einen weiteren Teil der Wertschöpfungskette im eigenen Haus zu halten und darüber hinaus einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung zu gehen.
Denn für eine maximale Effizienz der automatisierten Abläufe in der Werkstatt ist eine durchgängige Datenhaltung die wichtigste Grundlage. Das neue Wire Terminal WT verfügt dazu über entsprechende Schnittstellen. Die Daten können entweder direkt an der Maschine eingegeben werden oder aus der Aufbauplanung mit Eplan Pro Panel übernommen werden.
Die fertig konfektionierten Drähte stehen für die Verdrahtung zur Verfügung. Damit das optimal mit dem Werkzeug „Smart Wiring“ von Eplan funktioniert, sind die Drähte passend sortiert. Fehlerquellen werden hier weitestgehend ausgeschlossen – ein einfacher und nahtloser Datenfluss erleichtert jedem die Arbeit.

MM: Und sind Sie mit dem Absatz des Produktes seit dem genannten Zeitpunkt zufrieden?
Ing. Hoffmann: Nicht nur zufrieden – das Kundeninteresse und auch der Absatz haben die Erwartungen von Rittal übertroffen. Wir mussten sogar die ersten Prototypen den Kunden zur Verfügung stellen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Produktion ist gut ausgelastet.
Es freut uns vor allem sehr, dass die Beweggründe für den Kauf nicht nur die Zeitersparnis ist, sondern dass auch die Kunden bereit sind den Weg der Digitalisierung im Schaltschrankbau mit uns zu gehen. Das Wire Terminal ist ja nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten. Rittal bietet hier noch weitere Maschinen wie zum Beispiel die Serie Perforex LC und BC zur mechanischen Bearbeitung von Schaltschränken oder auch die Serie Athex zur automatisierten Bestückung von Hutschienen an. Natürlich basieren alle Maschinen auf der gleichen Datenbasis.

MM: Wie schaut es mit Optimierungen des Wire Terminal aus. Gab es seit der Markteinführung eine Überholung?
Ing. Hoffmann: Alle unsere Produkte unterziehen wir einem kontinuierlichen Verbesserungsprogramm. Wir lernen von unseren Erfahrungen und denen unserer Kunden. Zur SPS 2019 wurden bereits einige Weiterentwicklungen vorgestellt. Das Wire Terminal wurde erweitert und wird in Zukunft für das Bedrucken und Ablängen von 4 mm² und 6 mm² Drähten vollautomatisch geeignet sein. Weiters haben wir die Option für externes Bedrucken von Kabeln mit noch größeren Querschnitten außerhalb des Wire Terminals vorgestellt. Als weitere Neuheit ist der Verdrahtungstisch Wire Station WS 540 zu erwähnen. Dieser ist in der Werkstatt variabel für das Konfektionieren und Verdrahten von Drähten im Schaltschrank einsetzbar. Das Baukastensystem des Verdrahtungstisches bietet eine individuelle Anpassung an die Konfektionierungsprozesse und ist ein weiterer Schritt der Automatisierung, auch durch die Verbindung mit dem Wire Terminal und Eplan Smart Wiring.

MM: Lohnt sich eine Investition in einen Wire Terminal auch für KMU und falls ja, weshalb?
Ing. Hoffmann: Wie bereits erwähnt kann das Wire Terminal WT die Drahtkonfektionierung im Steuerungs- und Schaltanlagenbau um das 8-fache beschleunigen. Eine Investition in die automatisierte Drahtkonfektionierung lohnt sich auch für kleine und mittelständische Steuerungs- und Schaltanlagenbauer. Natürlich stellten wir uns auch selbst die Frage ob sich Investitionen in derartige Automatisierungslösungen auch für KMU lohnt. Eine Studie der Universität Stuttgart hat hier Klarheit geschafft. Die in der Produktion anfallenden Arbeitsstunden können durch solche Lösungen wie das Wire Terminal auf die Hälfte gesenkt werden. Das für viele erstaunliche Ergebnis: Schon ab einem Volumen von über 300 Schaltschränken pro Jahr ist eine schnelle Amortisation der Investition möglich. Die vollautomatische Produktion garantiert dabei gleichzeitig eine kontinuierlich hohe Qualität. Viele andere Investitionen in automatisierte oder teilautomatisierte Lösungen amortisieren sich ebenfalls auch bei kleineren Steuerungs- und Schaltanlagenbauern sehr schnell. Das Spektrum reicht von der Kabelkonfektionierung über den automatisierten Zuschnitt von Tragschienen und Kabelkanälen bis zur Unterstützung bei der Verdrahtung. Ziel aller Lösung ist es eine hohe Wirtschaftlichkeit auch bei kleinen Losgrößen zu realisieren.

MM: Bedingt durch die wirtschaftlichen Entwicklungen der derzeitigen Covid19-Pandemie: Mit welchen ökonomischen Herausforderungen, nicht nur auf den Wire Terminal bezogen, rechnen Sie für die kommende Zeit?
Ing. Hoffmann: Durch den Ausbruch der Covid19-Pandemie wurde die starke Bedeutung der Digitalisierung in den Vordergrund gerückt. In den vergangenen Wochen hat sich herauskristallisiert, dass diejenigen Unternehmen, die sich bereits vor der Krise intensiv mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben, wesentlich besser während dieser belastenden Zeit und für nach der Corona-Krise aufgestellt sind. Insbesondere gilt dies für digitale Anwendungen aus den Bereichen Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT), die Planung auf Basis von Virtual Twins, vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) oder Smart Factory. Durch all diese Themen wird es den Unternehmen möglich sein die vorhandenen Ressourcen effizienter zu organisieren, die Wertschöpfungskette im Haus zu halten und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auch Rittal nutzt den Digitalisierungsschub verstärkt. Wir haben die Kundenberatung und Kundenbetreuung zusätzlich online und virtuell organisiert. Hier sei in erster Linie der Online-Shop „My Rittal“ sowie das Rittal-Lösungscenter, in dem die technische Kompetenz des Unternehmens für die Entwicklung von Kundenlösungen in einem Expertenpool gebündelt wird, erwähnt. Der wesentliche Teil des Rittal-Produktportfolios kann bereits online über das Rittal Configuration-System konfiguriert, kundenspezifisch adaptiert und gegebenenfalls über den Online-Shop angefragt oder bestellt werden.
Abgesehen davon steht die Rittal-Lagermannschaft, die Mitarbeiter in der Werkstätte sowie der Servicedienst für Klima- und IT-Services unter Einhaltung strenger hygienischer Vorschriften in voller Besetzung zur Verfügung. Die Auslieferung der Kundenaufträge und das notwendige Service ist sichergestellt.

MM: Und in diesem Zusammenhang stellt sich dann auch wieder die Frage, weshalb Unternehmen gerade jetzt in einen Wire Terminal von Rittal investieren sollten?
Ing. Hoffmann: Mittelfristig müssen sich die Unternehmen die übergreifende Frage stellen, ob sie den Weg in die Digitalisierung, den Weg zur Effizienzsteigerung – unabhängig von der derzeitigen Krise – die Aufstellung für die Zukunft gehen möchten. Kurzfristig ist die wirtschaftliche Situation sicher vor eine rein technische Entscheidung zu stellen. Ich bin jedoch der Meinung, dass jetzt die Zeit gekommen ist die Weichen zu stellen. Unternehmen haben nun die Möglichkeit über die Zukunft nachzudenken und die Digitalisierung zu implementieren oder zumindest zu planen. Denn wie wir jetzt alle am eigenen Leib erfahren haben: Wer auf die Digitalisierung setzt – gesetzt hat, die Daten hat, wird gewinnen – Old School führt nicht mehr zum langfristigen Erfolg.

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Quelle: Rittal GmbH
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