Blockchain als Turbo für neue Geschäftsmodelle wie PaaS

Zum Autor: Dipl.-Ing. Markus Nöbauer ist F&E-Verantwortlicher für Forschungsprojekte im Kontext von Business Software bei InsideAx.

Dipl.-Ing. Markus Nöbauer ist F&E-Verantwortlicher für Forschungsprojekte im Kontext von Business Software bei InsideAx. Er hat an der Johannes Kepler Universität in Linz Informatik studiert und verfügt über zehn Jahre Erfahrung als Technology Consultant für Dynamics AX ERP-Systeme. Er ist Autor mehrerer wissenschaftlicher Publikationen zum Thema Anforderungserhebung und Produktlinien und Projektleiter für mehrjährige internationale Forschungsprojekte
Dipl.-Ing. Markus Nöbauer ist F&E-Verantwortlicher für Forschungsprojekte im Kontext von Business Software bei InsideAx. Er hat an der Johannes Kepler Universität in Linz Informatik studiert und verfügt über zehn Jahre Erfahrung als Technology Consultant für Dynamics AX ERP-Systeme. Er ist Autor mehrerer wissenschaftlicher Publikationen zum Thema Anforderungserhebung und Produktlinien und Projektleiter für mehrjährige internationale Forschungsprojekte

Die digitale Transformation und Technologien wie IoT, Blockchain und Smart Contracts ermöglichen die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle wie Product-as-a-Service (PaaS). Wie Unternehmen davon profitieren können, erklärt Experte Markus Nöbauer.

Ein Unternehmen, das PaaS anbietet, verdient nicht einmalig am Verkauf eines Produkts, sondern gewinnt durch eine Dienstleistung regelmäßige Einnahmen und eine langfristige Kundenbindung. Basis für die Realisierung von PaaS-Modellen sind die Kombination von Internet of Things (IoT) und Blockchain. Diese Technologien schaffen die Möglichkeit zur Automatisierung mit geringem technischem Aufwand und gleichzeitig Vertrauen der Nutzer in die Daten. Der zentrale Vorteil der Blockchain ist die praktische Unveränderbarkeit der Daten.

Neue Anwendungen mit PaaS

PaaS nutzt als Datenquelle typischerweise IoT-Lösungen, die es bereits von vielen Herstellern als Standardlösung gibt. Microsoft etwa bietet komplette IoT-Infrastrukturen als Service in der Cloud an und unterstützt mit Dokumentation, Training und Referenzarchitekturen die konkrete Umsetzung. Rohdaten, die zum Beispiel über Sensoren erfasst werden, können damit für die Verwendung im PaaS-Modell vorbereitet und in der Blockchain gespeichert werden. Beispiele für solche Anwendungen sind die Abrechnung von Mietautos nach gefahrenen Kilometern, die Abrechnung von Stromverbrauch oder die produzierte Menge in einer gewissen Qualität.

Mit smarten Verträgen in die Zukunft

Die Blockchain-Technologie ist aber kein Datenfriedhof. Smart Contracts bieten die Möglichkeit, Programmlogik mit Blockchain-Daten zu verknüpfen. Der Vorteil liegt in der Kombination von vertrauenswürdigen Daten und der Automatisierung von Transaktionen. Die Anwendungsmöglichkeiten für Smart Contracts sind sehr umfangreich. In einem Schweizer Pilotprojekt wurde der Eintrag ins Firmenbuch als Smart Contract realisiert. Andere Beispiele sind die Abrechnung von Pay per Use-Modellen basierend auf IoT-Daten in der Blockchain. In diesem Kontext kann man Smart Contracts wie programmiertes Geld verstehen: Wenn eine bestimme Leistung konsumiert wurde, wird die Zahlung automatisch durchgeführt, basierend auf den Informationen in der Blockchain.

Vom Produzenten zum Dienstleister

Als Fazit kann man festhalten, dass Blockchain in Kombination mit IoT und Smart Contracts die ideale technologische Grundlage für die Realisierung von PaaS-Modellen ist. Dabei sind aber drei wesentliche Herausforderungen zu meistern: Unternehmen, die PaaS anbieten wollen, müssen ihre Organisation vom Produzenten zum Dienstleister umstellen. Zweitens sind Daten in der benötigen Qualität notwendig, um eine Blockchain-Anwendung damit befüllen zu können. Nicht zuletzt ist die Auswahl der passenden Blockchain-Implementierung, z.B. Ethereum für Smart Contracts, ein kritischer Punkt.

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