Cloud Computing | „Jeder kleine Schritt ist auch ein Schritt vorwärts“

„Auch in Zeiten von IT brauchen sie zuverlässige OT.“ | Karl Sagmeister, Geschäftsführer bei Schneider Electric Österreich
„Auch in Zeiten von IT brauchen sie zuverlässige OT.“ | Karl Sagmeister, Geschäftsführer bei Schneider Electric Österreich

Man hört es immer wieder. Die Skepsis gegenüber IoT-Angeboten ist gerade in Europa ausgeprägt – und das wird sich auch schwer ändern lassen. Karl Sagmeister, Geschäftsführer bei Schneider Electric Österreich, versteht die Sorgen, weiß aber auch um die Vorteile.

Im Gespräch mit dem österreichischen Geschäftsführer über die unterschiedlichen Entwicklungen im IoT-Umfeld ist es nachzuvollziehen, dass die Einstellung vieler Europäer gegenüber IoT-Angeboten heute als eher skeptisch einzustufen ist. Daher war die DSGVO Sagmeisters Ansicht nach nur ein logischer Schritt im Zuge der Digitalisierung. Doch er meint auch, dass es für Jeden einen Platz im IoT-Marktumfeld gibt.

Das, was Schneider Electric an Lösungen anbietet, sei ausgereift, denn bereits zu Beginn der Internetbewegung machten sich Schneider Electric-Experten daran, die Schlüsseltechnologien zu eruieren und ihre Entwicklung mitzugestalten. Das zahlt sich nun aus. Schneider Electric sei in der Lage zu zeigen, wie man Zukunft schreibt.

IoT4 Industry & Business: Herr Sagmeister, Sie sind nun seit zwei Jahren Geschäftsführer bei Schneider Electric in Österreich und hatten inklusive zweier externer Zwischenstopps bereits eine Karriere beim Unternehmen. Was bietet Schneider Electric denn, dass es Sie nach Österreich zurückzog?

Karl Sagmeister: Als ich im September 2017 zu Schneider Electric als Geschäftsführer für Österreich gekommen bin, war die Idee, dass mit meiner Rückkehr wieder ein lokaler Geschäftsführer das Unternehmen führt. Schließlich sollten nachhaltige Netzwerke aufgebaut werden und eine bessere Verankerung in Österreich untereinander bei den Mitarbeitern stattfinden. Hier arbeiten immerhin 500 Menschen.

Bezüglich meiner beruflichen Karriere, von den Anfängen bis jetzt, muss ich betonen, dass mir hier sehr viel vom Unternehmen geboten wurde. Schneider Electric ist weltoffen und bietet seinen Mitarbeitern sehr viel, auch an den unterschiedlichsten Standorten. Meine Erfahrungen kann ich heutzutage gezielt einbringen.

IoT: Sie sind Ihrer Funktion geschuldet wahrscheinlich auch viel geschäftlich unterwegs?

Sagmeister: Ja, aber wir versuchen, dies getreu den Konzernrichtlinien zu minimieren und uns über andere Kommunikationskanäle auszutauschen.

IoT: Weshalb?

Sagmeister: Wir möchten CO2 einsparen und Klimarichtlinien einhalten. Unser Ziel ist es, bis 2030 komplett CO2-neutral zu werden. Das beginnt bereits bei der Ausrichtung nachhaltiger Events. Außerdem sind wir verstärkt auch hierzulande immer mehr beim Kunden vor Ort, um ihm bei der Lösungsfindung näher zu sein. Wenn möglich reise ich bei diesen Gelegenheiten nicht mit dem Pkw.

IoT: Das klingt zunächst einmal sehr gut. Finden Sie es jedoch nicht widersprüchlich, dass auf der einen Seite die Zukunft in der Digitalisierung liegt und hier enorme Strom- bzw. Energiemengen aufgebraucht werden um etwa Server zu kühlen bzw. sie überhaupt zu betreiben und auf der anderen Seite Unternehmen angehalten werden ab jetzt CO2-neutral zu werden und Energie einzusparen?

Sagmeister:  In vielen Fällen haben Sie damit heute sicherlich noch recht und ja, ein Datencenter ist zweifellos sehr energieintensiv. Doch bei Schneider Electric sind wir davon überzeugt, dass wir gerade mit intelligenter Digitalisierung und Vernetzung auch eine deutlich effizientere Produktion und Nutzung von Energie erreichen können. Hier sind natürlich vor allem erneuerbare Energieträger angesprochen, die sich gerade mithilfe digitaler und smarter Vernetzung gewinnbringend und effizient in das Stromnetz integrieren lassen. Entsprechend müssen wir uns fragen: Was kreiere ich mit der erzeugten Energie? Und wie kreiere ich Energie, etwa für ein Datencenter?

Es gibt heutzutage ja auch schon sehr gute Beispiele von komplett grünen Datencentern. Hier möchte ich beispielsweise die Lefdal Mine in Norwegen erwähnen. Hier wurden bereits Antworten gefunden, wie ich ein Datencenter energietechnisch am besten kühle und woher ich diese Energie auf einem „grünen“ Wege erwirtschafte. Und gerade bei Schneider Electric stellen wir uns auch die Frage, wie wir etwa beim Thema Cloudlösungen diese auf einer energiearmen Basis anbieten können. Das steht bei uns an erster Stelle.

IoT: Wie hat sich nun das Produktangebot bei Schneider Electric in den vergangenen Jahren entwickelt?

Sagmeister: Wir haben 1997 mit dem Thema „Transparent Factory“ begonnen. Zu diesem Zeitpunkt wurden wir oft von anderen belächelt, da man sich fragte, was wir mit dem Thema IP-Protokolle in der Industrie überhaupt erzielen möchten. Es hat sich als „gut“ herausgestellt, dass wir hier hartnäckig geblieben sind. Wie es sich heutzutage zeigt, haben wir uns einen gewissen Vorsprung zu anderen Wettbewerbern erarbeiten können.

IoT: Wie kam es dazu, dass Sie sich (bei SE) nicht haben beirren lassen?

Sagmeister: Ganz einfach. Bei Schneider Electric hat man sich zum damaligen Zeitpunkt strategisch an einen Tisch gesetzt und überlegt, was denn die technischen Trends oder eben Schlüsseltechnologien der kommenden Jahre sein könnten. Und da zum damaligen Zeitpunkt gerade der sogenannte „Sonnenaufgang des Internets“ anstand und sich das „Internet“ des TCP/IP-Protokolls bedient, war für uns ganz klar, wohin die Reise gehen wird.

Und dass die gesamten großen Telekommunikationsunternehmen ebenfalls in diese Internettechnik investierten, war für uns ein klares Anzeichen dafür, dass es auch innerhalb der Automatisierung in diese Richtung gehen würde.

IoT: Die Entwicklung des IoT setzt wie man weiß auch offenere Unternehmensstrukturen und Partnerschaften voraus. Mit wem arbeiten Sie hier zusammen?

Sagmeister: Ich betone an dieser Stelle gerne, dass uns bei Schneider Electric gelebte, gegenseitige Partnerschaften schon seit jeher ein zentrales Anliegen sind – das ist ein wichtiger Teil unseres Selbstverständnisses. Zu ihrer Frage passend kann ich aber zum Beispiel Microsoft hervorheben, mit denen wir zusammenarbeiten und deren Azure-Plattform wir für unsere Clouddienste benutzen. Diese Zusammenarbeit ist sehr eng und hat zum anderen auch einen immensen Produktivitätsgewinn bei uns für unsere Angebote geschaffen. Auch Cisco ist ein weiterer Partner von Schneider Electric.

IoT: Diese Keyplayer sind dann auch für die Entscheidungsfindung der potenziellen Kunden bzw. bestehenden Kunden für Ihre IoT-Angebote entscheidend?

Sagmeister: Auf jeden Fall. Gerade auch beim Thema Sicherheit von Schnittstellen ist Cisco ein Partner, bei dem das Vertrauen in puncto Sicherheit gegeben ist – das meinen auch unsere Kunden. Und das Thema Cloud Computing wird gerade hier in Österreich doch immens skeptisch gesehen.

IoT: Meinen Sie, dass das Vertrauen in die IoT-Angebote besonders in Österreich mit großer Skepsis betrachtet wird und falls ja weshalb?

Sagmeister: Wir tauschen uns innerhalb des Unternehmens Schneider Electric natürlich auch aus und stellen wirklich fest, dass es hier ein ausgeprägtes regionales Gefälle gibt. Ich kann es nur bestätigen, dass Länder wie die USA bzw. Nordamerika und die asiatischen Märkte hier sehr viel offener sind, was die Entwicklungen der IoT-Angebote angeht. Beim Thema Cloudlösungen wird hier gar nicht viel diskutiert. Doch: Je weiter sie dann nach Europa kommen, desto größer wird die Abwehrhaltung gegenüber den Cloudlösungen.

IoT: Können Sie diese Haltung nachvollziehen?

Sagmeister: Ein Stück weit schon – wenn ich mich als reinen Konsumenten betrachte und nicht als Geschäftsführer dieses Unternehmens. Ich denke aber, dass wir hier in Europa gerade im Zuge der DSGVO beim Thema Datenschutz viel Kluges erreicht haben. Denn das Thema Datenschutz und Cloud Computing sind doch sehr eng miteinander verknüpft.

IoT: Dennoch heißt es oft, dass sich die Europäer und gerade die deutsche Industrie durch ihre „Anti-Haltung“ gegenüber den IoT-Entwicklungen selber abschaffen. Wie sehen Sie das?

Sagmeister: Das sehe ich überhaupt nicht so. Mein Vorteil ist es aber, dass ich durch meine Tätigkeiten im US-amerikanischen und asiatischen Ausland auch einen anderen Blickwinkel auf die unterschiedlichen Geschäftsmodelle erhalten habe, die es gibt. Deshalb verstehe ich sehr gut, was Europa mit der DSGVO eigentlich bezweckt hat. Denn man muss sich gerade auch bei den chinesischen Geschäftsmodellen mit einer strengeren Datenschutzverordnung schützen, damit eben keine unerwünschten Datentransfers ungehindert passieren.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass es für Jeden einen Platz am Markt geben wird. Gleichzeitig denke ich aber nicht, dass die Cloud der Weisheit letzter Schluss sein wird – auch nicht, dass wir uns hier in Europa mit der DSGVO selbst im Weg stehen, was die Entwicklungen des Marktes anbelangt.

IoT: Sprechen wir über die Cloud. Was ist sie zunächst Ihrer Ansicht nach?

Sagmeister: Eine Cloudlösung dient uns im Grunde genommen als eine Art Plattform, um von überall her auf Daten zugreifen zu können, sprich: Daten werden mit unseren Kunden ausgetauscht und wir stellen unsere Expertise dort zur Verfügung. Dies kann über Algorithmen stattfinden oder mit unserer langjährigen Erfahrung als Unternehmen Schneider Electric.

So gestattet die Cloud mit ihrer Ermöglichung von ortsunabhängigem Datenaustausch die Umsetzung völlig neuer Geschäftsmodelle. Das klassische „Deliver & Forget“-Modell hat heute schon ausgedient, im Sinne von Managed Services können Maschinenhersteller ihre Fabrikate ein Leben lang begleiten und mit vorausschauender Wartung Stillstände und Ausfallzeiten vermeiden. Letztlich erleichtert das nicht nur die Arbeit des Wartungspersonals vor Ort, sondern spart auch noch bares Geld. Die entsprechende technische Grundausstattung ist dafür natürlich nötig.

IoT: Was bieten Sie konkret?

Sagmeister: Mit EcoStruxure Machine bieten wir der Industrie eine ganzheitliche Lösungsarchitektur, innerhalb der vernetzte Produkte, Edge Control-Elemente und Software zu durchgängiger Datenkommunikation befähigt sind. Erst damit kann ein Mehrwert aus den erhobenen Daten der digitalen Geräte gewonnen werden – zum Beispiel indem sich diese zur Auswertung an die Cloud weiterleiten lassen. Jede Industrieanlage kann mit der offenen und skalierbaren EcoStruxure-Architektur vernetzt und IoT-fähig gemacht werden.

Als Teil von EcoStruxure, angesiedelt auf der Edge Control-Ebene, haben wir seit diesem Jahr eine neue SPS-Steuerung im Angebot, die über Cloud-Konnektivität verfügt. Modicon M262, so heißt die neue IIoT-Steuerung, überzeugt mit integrierter Cloud-Konnektivität, verschlüsselten Kommunikationsprotokollen und bis zu fünf separaten Ethernet-Netzwerken für mehr Flexibilität.

Die Verbindung mit verschiedenen Ethernet-Netzwerken ermöglicht segmentierte Maschinenarchitekturen und mit ihrer schnellen Logikfähigkeit in anspruchsvollen Anwendungen liefert sie Benchmark-Performance mit viermal schnellerer CPU-Ausführung als die Marktreferenz. Sie ist daher bestens geeignet für die Bearbeitung in Segmenten wie Verpackung, Lebensmittel und Getränke und vielem mehr.

Auf dem Weg unserer Kunden in Richtung Industrie 4.0 benötigen die Maschinenbauer eine solche Steuerung mit integrierter Cloud-Konnektivität, die auch Cybersicherheit gewährleistet und die Analytik mit vorausschauender Wartung unterstützt. Als neueste universell einsetzbare SPS-Steuerung basierend auf Codesys V3 mit Cloud-Protokollen (MQTT, JSON, OPC UA), leistungsfähiger Web-Visualisierung und Verschlüsselung (TLS) ist Modicon M262 für sie daher maßgeschneidert.

IoT: Das klingt logisch. Man kann jedoch auch festhalten, dass sich alles etwas widerspricht. Einerseits fordert Digitalisierung offene Grenzen bzw. es gibt sie hier gar nicht und andererseits haben gerade eben Kontinente ihre eigenen Grenzen bezüglich der Herangehensweisen in puncto Datenschutz. IoT soll Unternehmen „öffnen“, weiters darf dieser Fortschritt auch nicht unternehmensgefährdend sein, etwa durch Datenklau.

Sagmeister: Das ist richtig. Aber – und das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung – es ist doch so, dass wir zurzeit eine Veränderung der weltpolitischen und gesellschaftlichen Lage beobachten können. Etwa wenn es um zunehmenden nationalen Protektionismus und schwelende Handelskonflikte geht. Ich möchte das an dieser Stelle weder bewerten noch weiter ausführen, aber für das Unternehmen Schneider Electric gilt jedenfalls, dass wir gut aufgestellt sind und uns entsprechend auch auf diese Entwicklungen vorbereiten.

IoT: Kommen wir zurück zum Cloudangebot. Wo beginnt für Sie die Cloud?

Sagmeister: Das Thema Cloud beginnt bei uns schon auf der Geräteebene, denn jedes Produkt bzw. Gerät von uns ist in der Lage, mit dem Internet verbunden zu werden. Natürlich haben wir auch noch unterschiedliche Protokolle, die wir benutzen, allerdings handelt es sich dabei um die klassischen Industrie 4.0-Protokolle, wie bereits erwähnt. Ganz wichtig ist natürlich, dass wir an dieser Stelle auch nochmal unsere IoT-fähige Lösungsarchitektur EcoStruxure erwähnen. Erst mit ihr ist die Anbindung an eine Cloud überhaupt möglich und sie durchdringt von den vernetzten Produkten, über die Steuerungselemente bis hin zur Software auch alle Ebenen einer Industrieanlage.

Unsere Philosophie ist es, möglichst nahe am Endverbraucher IoT-fähig zu connecten. Denn somit vermeiden wir unter anderem auch potenzielle Fehlerquellen oder potenzielle Angriffsstellen für Cyberattacken.

IoT: Daten, die von IoT-ready gestalteten Maschinen in die Cloud gesendet werden, stammen von intelligenten Maschinen. Was bieten Sie diesbezüglich an, dass Maschinenbauer auf dem Weg zu Industrie 4.0 vorbereitet sind?

Sagmeister: Hier sind wir auch mit TeSys island ganz vorn dabei und überführen Maschinenbauer und OEMs mit ihren Maschinensteuerungen in das 21. Jahrhundert. Das gelingt, indem sie Industry 4.0-Automatisierung sowie die einfachsten und effizientesten Methoden zum Datenaustausch in ihre Entwicklungen und Designs integrieren.

TeSys island ist ein digitales Lastmanagementsystem, das Maschinen intelligenter macht, Stillstände sowie Ausfallzeiten reduziert und die Produktivität erhöht. Es schaltet, schützt und verwaltet Motoren und andere Lasten bis zu 80 A.

TeSys island ist ein digitales Lastmanagementsystem, das Maschinen intelligenter macht, Stillstände sowie Ausfallzeiten reduziert und die Produktivität erhöht. TeSys island schaltet, schützt und verwaltet Motoren und andere Lasten bis zu 80A.
TeSys island ist ein digitales Lastmanagementsystem, das Maschinen intelligenter macht, Stillstände sowie Ausfallzeiten reduziert und die Produktivität erhöht. TeSys island schaltet, schützt und verwaltet Motoren und andere Lasten bis zu 80A.

IoT: Wo liegt nun die eigentliche Herausforderung beim Thema Digitalisierung?

Sagmeister: Der springende Punkt ist: Es gibt nicht „die“ Digitalisierung. Jede IoT-Lösung sieht anders aus und muss anderen Bedarfen und Notwendigkeiten gerecht werden. Hier für jeden Anwendungsfall die passenden Antworten zu finden ist ein ganz wichtiger Teil unserer Arbeit und sowohl mit unseren engen Partnerschaften als auch mit unserer skalierbaren Lösungsarchitektur EcoStruxure begegnen wir dieser Herausforderung.

Die bereits erwähnten Ängste und Sorgen rund um das Thema IoT sind eine weitere Herausforderung, der es beim Thema Digitalisierung zu begegnen gilt. Hier muss man aufklären und schulen. Nur über den richtigen Ansprechpartner in einem Unternehmen werden Sie ihre Lösungen für die Digitalisierung gut positionieren können. Viele haben Angst, ihr gesamtes Wissen zu offenbaren und zum gläsernen Kollegen zu mutieren. Ein Unternehmen muss daher zunächst einmal eine eindeutige Digitalisierungsstrategie für sich definieren. Dann muss diese ebenfalls auch ganz klar vom Top-Management getrieben werden und die Mitarbeiter müssen dabei abgeholt, Ängste besprochen werden.

Schlussendlich sollte jedem eindeutig gezeigt werden, dass man das Wissen künftig für andere Generationen ebenfalls verfügbar machen muss.

IoT: Das heißt, Arbeitsweisen müssen sich ändern, um Digitalisierung voranzutreiben?

Sagmeister. Das ist richtig und es muss auch erkannt werden. Zudem müssen wir auch in puncto Ausbildung und Weiterbildung einen neuen Schritt gehen. Bei Schneider Electric haben wir mit unserem EcoXpert-Programm dafür schon einiges getan.

EcoXpert-Partnerprogramm

Die Anbindung einer Industrieanlage an das IIoT bietet zahlreiche Vorteile hinsichtlich Kostenersparnis und Produktivitätssteigerung. Gleichzeitig sehen sich viele Fachleute aber im Umgang mit den Cloud-fähigen Technologien auch mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Fortwährende Schulungen über Risken und Möglichkeiten sind daher essenziel. Das EcoXpert-Partnerprogramm von Schneider Electric bietet Kunden und Partnern ein lokales und globales Netzwerk geschulter und zertifizierter Partner aus den Bereichen Gebäudeautomation, Energiemanagement, Netzqualität, Gebäudesystemtechnik, intelligente Energieverteilung und Elektromobilität. Zu den dort angebotenen Services zählen insbesondere verschiedene Aus- und Weiterbildungsprogramme, die vor Ort oder online wahrgenommen werden können und fit machen für das IoT-Zeitalter.

IoT: Ist das Angebot denn nicht ausreichend?

Sagmeister: Nein, auf keinen Fall. Ich spreche hier nicht nur vom extremen Nachwuchsmangel, den wir nicht bewältigen können. Es haben sich auch die Zeiten geändert. Heutzutage müssen sie als Unternehmen an die Talente herantreten und etwas bieten können und nicht mehr umgekehrt. Das Recruiting ist komplett auf den Kopf gestellt worden.

IoT: Inwiefern sollte sich in Österreich das Ausbildungsangebot verbessern?

Sagmeister: Schauen Sie sich doch nur einmal die Zahlen an, wie viele Menschen jährlich um eine Aufnahme für ein Medizinstudium anstehen. Und dann wie die technischen Berufe gleichzeitig händeringend um Nachwuchs buhlen – aus meiner Sicht besteht hier ein Missverhältnis. Informationen dazu, was Unternehmen auf technischer Berufsebene inzwischen alles anbieten können, ist in den Schulen viel zu wenig Thema. Hier muss man mit der Zeit gehen und das sehe ich leider nicht.

Auch von den Gesetzesgebern wünsche ich mir mehr Praxisbezug. Man sollte mehr zu den Unternehmen gehen und direkt schauen, wie die Lage vor Ort wirklich ist. Wir brauchen einen starken wirtschaftsfreundlichen Weg und mehr Aktualität in Bezug auf Aus- und Weiterbildung.

IoT: Was ist zusammengefasst Ihr Ziel für Österreich?

Sagmeister: Österreich ist geprägt von KMU – und deren wesentlicher Vorteil ist ihre Flexibilität. Für die Zukunft lässt sich hier sehr gut ansetzen. Denn Industrie 4.0 fordert gerade bei den Maschinen hohe Flexibilität. Und wir als Unternehmen möchten unsere Kunden von den vielen Vorteilen einer Cloudfunktion uvm. überzeugen und sie „raus aus den kleinen Welten von früher“ holen, hinein in neue Businessstrukturen. Das Angebot hierfür haben wir bei Schneider Electric, die KMU haben das Mindset.