BILDERGALERIE || PTC-Lifeworx-Event Boston | Zukunft zum Angreifen

Aussteller in Boston war der französische Bootsbauer Groupe Beneteau, der PLM und CAD anwendet, um einen digitalen Faden für die Entwicklung seiner maßgeschneiderten Yachten herzustellen. hier im Bild IoT-Chefredakteurin Stephanie Englert vor
Aussteller in Boston war der französische Bootsbauer Groupe Beneteau, der PLM und CAD anwendet, um einen digitalen Faden für die Entwicklung seiner maßgeschneiderten Yachten herzustellen. hier im Bild IoT-Chefredakteurin Stephanie Englert vor "ihrem" Boot.

Zukunft ist oft nicht recht greifbar, doch im Rahmen des diesjährigen PTC LiveWorx-Events, das vom 10. bis 13. Juni in Boston stattfand, wurden zahlreiche Anwendungen rund um Augmented Reality, Künstliche Intelligenz und IoT vorgestellt – auch zum Ausprobieren. Jetzt gilt es, die Innovationen in die Unternehmen zu bringen.

PTC darf sich wirklich nicht beschweren, die Hausaufgaben wurden rechtzeitig gemacht und der Erfolg ist nun sichtlich spürbar. Und auch die Zusammenführung von PTC-Softwareprodukten mit den Automatisierungslösungen von Rockwell Automation funktioniert, IT und OT rücken näher zusammen für die Kunden und beide Seiten sind zufrieden. In Boston wurde zudem darüber gesprochen, dass man 2020 ein gemeinsames Event durchführen möchte, um den gegenseitigen Nutzen und das, was künftig noch kommen wird auf Produktseite, strategisch besser positionieren zu können. Man darf gespannt sein, was dann vom 9. bis 11. Juni 2020 in Boston passieren wird.

Ein Polaris-Quad wurde in ein hyperrealistisches Videospiel verwandelt. Sensoren und Aktuatoren sowie PTC Creo, Windchill, ThingWorx, Vuforia und Arbortext waren hier im Einsatz.
Ein Polaris-Quad wurde in ein hyperrealistisches Videospiel verwandelt. Sensoren und Aktuatoren sowie PTC Creo, Windchill, ThingWorx, Vuforia und Arbortext waren hier im Einsatz.

AR für jedermann.

Doch was waren die heurigen Highlights in Boston? Eindeutig alles rund um Augmented Reality, Virtual Reality, IIoT und Künstlicher Intelligenz. Jim Heppelmann, CEO PTC, präsentierte unter anderem während der Eröffnungsrede anhand einer Hololens das, was AR bringen soll, nämlich „die Verschmelzung mit dem Digitalen.“ Der Anwender in diesem Fall ist im Arbeitsumfeld mittels AR sichtlich produktiver und vernetzter sowie schlussfolgernd auch fehlerfreier am Arbeiten. Als Beispiel wurde PTC-Kunde Volvo auf die Bühne geholt. Bertrand Felix, Senior Research Manager Volvo, erklärte: „Unsere Maschinenbediener erhalten mittels AR die korrekten Anweisungen zum richtigen Zeitpunkt. Dies ist ein absoluter Fortschritt.“ – und: Das Potenzial sei groß.

Das PTC-Lifeworx-Event Boston in Bildern:

Und auch Fujitsu demonstrierte seine Sicht auf AR und die Zukunft im eigenen Unternehmen. Konkret hieß es: „Mithilfe von Vuforia Studio hat Fujitsu schnell und unkompliziert eine virtuelle Produktdemo zusammengestellt. Diese interaktive 3D-Experience bietet Kunden rasch einen Überblick über das Produkt, seine Merkmale und die verfügbaren Konfigurationsoptionen. Vertriebsmitarbeiter können die Produkte von Fujitsu direkt in der Umgebung des jeweiligen Kunden abbilden und vorführen – in Echtzeit und maßstabsgetreu. Diese AR-Demos tragen dazu bei, das Vertrauen der Kunden zu verbessern, Kosten zu sparen und Vertriebszyklen zu verkürzen.“

Ein weiteres konkretes Beispiel für den aktiven Einsatz von PTCProdukten bot Lufthansa – genauer gesprochen die Lufthansa Technik Gruppe. Der globale Anbieter von Komplettservices an flugzeugtechnischen Dienstleistungen, hat die Product Lifecycle
Management (PLM)-Lösung Windchill sowie die Industrial IoTPlattform (IIoT) ThingWorx von PTC als Kerntechnologien zur digitalen Transformation der Produktentwicklungs- und Konstruktionsprozesse ausgewählt.

Backbone der Anwendung.

Windchill wird laut Dr. Severin S. Todt, Senior Director IT Completion and Design Solutions,
Lufthansa Technik AG, im Pressegespräch als „technisches Rückgrat“ dienen, damit „die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie Fertigung simultan arbeiten und die  Zusammenarbeit sowohl intern als auch zwischen den zahlreichen Lieferanten intensiviert werden kann.“ Die sichere Datenablage wird darüber hinaus dazu beitragen, den Schutz des geistigen Eigentums der Lufthansa Technik in der gesamten globalen Lieferkette
zu gewährleisten. Weiters erklärte er:

„ThingWorx wird die Gruppe bei der Überwachung ihrer Betriebsstätten unterstützen, die Automatisierung vorantreiben und die datengesteuerte Entscheidungsfindung erhöhen.“

Zusammen werden Windchill und ThingWorx einen laut Dr. Todt „deutlichen Anstieg des Digitalisierungsgrades innerhalb der Konzernprozesse ermöglichen, die Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten verbessern und durch neue innovative digitale Geschäftsmodelle
zur Generierung von Umsatzströmen beitragen.“ Todt antwortete weiters auf die Frage, weshalb man bei dem Marktangebot ausgerechnet nun auf PTC setze wie folgt: „Lufthansa
Technik hat vor der Entscheidung für PTC eine umfassende Bewertung wettbewerbsfähiger PLM- und IoT-Systeme durchgeführt.

Die Gruppe entschied sich für die PTC-Technologie aufgrund ihrer erstklassigen Architektur und der nahtlosen Integration von Windchill und ThingWorx. In Kombination mit dem
robusten Datenmanagement-Backbone und der IIoT-Plattform wird eine neue Ebene der Zusammenarbeit sowohl intern als auch extern ermöglicht. Darüber hinaus erhoffen wir uns künftig dann ein schnelleres Arbeiten und natürlich Kosteneinsparungen“, so Todt abschließend.

Neues Zeitalter.

Doch auch die zahlreichen Lab-Sessions während der LiveWorx und insgesamt um die 6.400 Teilnehmer vor Ort (nicht mitgerechnet die via LiveStream in etwa 7.000 weiteren
zugeschalteten Teilnehmer) geben eine Antwort darauf, dass PTC-Lösungen die Nase vorn haben. Doch auch intern bewegt sich beim Software-Technologieanbieter einiges. So wurde Anfang des Jahres das neue Headquarter direkt am Boston Hafen fertiggestellt und konnte direkt besichtigt werden. Das Konzept findet sich in vielen Unternehmen wieder: offene Arbeitsplätze, Labs und Raum für Ideen – sei es in einer der zahlreichen Nischen im Gebäude oder auf der Dachterrasse im 17. Stock. „Wir bieten das, was vor allem die junge Generation fordert“, hieß es während des Rundgangs. „Flexible Arbeitszeiten gehören heutzutage darüber hinaus dazu.“

Denn Freiheit bedeutet auch Kreativität und PTC setzt auf Innovationen und Zukunftsthemen und versucht damit seine Mitarbeiter zu motivieren, den Kunden von morgen zu bieten, was die Zukunft von heute fordert. Aufgrund dessen sei man auch
hinsichtlich Partnerschaften weitgehend offen. Neue Kooperationen gibt es immer. Doch am spannendsten wird die weitere Umsetzung von Rockwell Automation (OT) Lösungen in PTC (IT) Kreationen sein. Laut Blake Moret, CEO Rockwell Automation, und Jim Heppelmann gehe die bisherige Partnerschaft und Strategie bei den Kunden sehr gut auf, beide waren sichtlich zufrieden und sehr positiv ob der Zukunft gestimmt. Wir dürfen gespannt sein und spätestens 2020 erste weitere Ergebnisse zu sehen bekommen.

PTC CEO Jim Heppelmann stellte heuer unter anderem den “Digital Thread” verstärkt in den Fokus.

Digital Thread.

Ein weiterer wichtiger Punkt, nicht nur für Heppelmann, ist der so genannte Digital Thread. Sein Konzept und die vielen Vorteile, die sich durch ihn ergeben für die Industrieunternehmen sei immens und nicht von der Hand zu weisen. Heppelmann sagte: „Digital Thread meint, dass die Informationen, die für einen bestimmten Zweck erstellt wurden, etwa für einen Prototypen, für viele verschiedene weitere Prozesse wiederverwendet werden können.“ Das bedeutet, dass sich der Digital Thread durch die gesamte Wertschöpfungskette hindurchzieht und Schritte wie den Digital Twin somit erst ermöglichen.

Bei der Abschlussfeier im angrenzenden Hotelpark kamen heuer Game of Thrones-Fans nicht zu kurz.
Bei der Abschlussfeier im angrenzenden Hotelpark kamen heuer Game of Thrones-Fans nicht zu kurz.

Eine „Formel“ wurde in der Eröffnungssession kurz aber intensiv an die Wand für jeden ersichtlich geworfen: CAD+PLM+AI+AR+IOT, was so viel aussagt wie, dass all diese technischen Gegebenheiten ein Ganzes in der künftigen und auch bereits jetzigen Industriewelt ergeben. Sie alle bilden die Basis, um die digitale Transformation
schlussendlich erfolgreich umsetzen zu können. Und zum Schluss muss eben nur noch der eigene Chef von den Vorzügen die die digitale Transformation mit sich bringt, im Unternehmen überzeugt werden. Jim Heppelmann ist es bereits länger. (se)