Ceratizit Group setzt auf Team Cutting Tools

Die FreeTurn-Werkzeuge und das Team Cutting Tools stehen bei der Ceratizit Group im Mittelpunkt.
Die FreeTurn-Werkzeuge und das Team Cutting Tools stehen bei der Ceratizit Group im Mittelpunkt.

Ganz nach dem Motto „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ verbindet die Ceratizit Group seine Marken Cutting Solutions by Ceratizit, Komet, WNT und Klenk zum Team Cutting Tools. Davon sollen nicht nur die Anwender profitieren, sondern die Gruppe auch einen Platz auf dem Treppchen der Weltmarktführer einbringen.

„Wir wollen bis 2022 die Nummer drei werden“, verkündet Gerhard Bailom, Geschäftsführer von Ceratizit Deutschland GmbH im Rahmen einer zweitägigen Pressereise von Stuttgart über Kempten nach Reutte in Tirol. Grund für die Tour ist die Gründung des Team Cutting Tools, mit dem Ceratizit und seine Tochterfirmen Komet, WNT und Klenk künftig unter einem Dach auftreten werden. „Unter der Dachmarke Ceratizit Group werden wir künftig die vier Namen und deren Kompetenzen zusammenbringen. Dabei bleiben die Namen der Unternehmen bestehen. Jeder wird sich weiterhin auf seine Stärken konzentrieren“, erklärt Claude Sun, Geschäftsführer von Ceratizit Deutschland GmbH. „Gemeinsam können wir unseren Kunden jetzt hochwertige Komplettlösungen aus einer Hand anbieten“, ergänzt Vorstandsmitglied Thierry Wolter. Als Komplettanbieter will das Team Cutting Tools Zugriff auf das gesamte Sortiment der zusammengeführten Marken haben, die als hochspezialisierte Produktmarken fungieren sollen. Die Optimierungen in der Zerspanung betreffen auch den Vertrieb. Pro Land wird es jetzt nur noch eine Vertriebsorganisation geben, die für die Produkte aller vier Kompetenzmarken verantwortlich ist.

Weg vom reinen Produktanbieter

„Bis 2022/23 ist es unser Ziel Nummer 3 im Bereich der Zerspanung zu werden“, erklärt Gerhard Bailom, Geschäftsführer von Ceratizit Deutschland.
„Bis 2022/23 ist es unser Ziel Nummer 3 im Bereich der Zerspanung zu werden“, erklärt Gerhard Bailom, Geschäftsführer von Ceratizit Deutschland.

„Künftig wollen wir über Komplettlösungen sprechen, die wir genau auf unsere Kunden abstimmen, um alle Schritte der Wertschöpfungskette in der Hand zu haben“, führt Sun aus. Man könne überall Verbesserungen einfließen lassen und sich dadurch vom Mitbewerb abheben. Ceratizit scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro liegt die Gruppe im Moment auf Rang vier in der Welt der Zerspanungswerkzeuge. Die Ambitionen gehen aber noch weiter. In den kommenden Jahren soll das Innovationstempo weiter gesteigert werden. „Wir müssen den Namen Ceratizit positionieren und zeigen, dass wir ziemlich groß sind“, zeigt sich Sun überzeugt. Allerdings sei der Weg auf Platz drei nur mit weiteren Zukäufen zu schaffen. Dazu hat die Ceratizit Group Anfang März 50 % der Anteile an der Stadler Metalle GmbH & Co. KG erworben. Das Unternehmen ist auf den Handel mit sekundären Rohstoffen und ihre Aufbereitung spezialisiert und legt dabei einen starken Fokus auf den Bereich Hartmetall. Für Ceratizit ist die Beteiligung an Stadler Metalle von strategischer Bedeutung, wie Wolter betonte. „Die Beteiligung an Stadler ist für die Ceratizit Group eine einzigartige Gelegenheit, um die gesamte Rohstofflieferkette abzusichern“, so Wolter. „Die Nachfrage nach unseren Hauptrohstoffen Wolfram und Kobalt nimmt stetig zu. Dank Stadlers Netzwerk und Kompetenz im Bereich Logistik werden wir in der Rohstoff-Versorgung in Zukunft noch stärker auf das Recycling von Hartmetall-Werkzeugen setzen können“, so Wolter weiter. Damit treibt die Ceratizit Group zugleich die Unternehmensstrategie voran, nachhaltig und verantwortungsvoll wirtschaften zu wollen, indem verstärkt Sekundärrohstoffe zum Einsatz kommen.

Mit vollem Freiheitsgrad

Mit den dynamischen FreeTurn-Drehwerkzeugen ist es künftig möglich, alle bekannten Drehoperationen wie Schruppen, Schlichten, Konturdrehen, Plan- und Längsdrehen mit nur einem Werkzeug durchzuführen.
Mit den dynamischen FreeTurn-Drehwerkzeugen ist es künftig möglich, alle bekannten Drehoperationen wie Schruppen, Schlichten, Konturdrehen, Plan- und Längsdrehen mit nur einem Werkzeug durchzuführen.

„Ziel unserer Innovationen ist immer, unseren Kunden Lösungen zur Steigerung ihrer Produktivität anzubieten und ihnen ihre Arbeit zu erleichtern“, verspricht Thierry Wolter. Dazu hat sich die Ceratizit Group auch viele Gedanken über den Drehprozess gemacht. Denn obwohl in den letzten 100 Jahren neue Schneidstoffe, neue Spanleitstufen und teilweise neue Werkzeugsysteme erfunden wurden, um die Drehbearbeitung zu optimieren, ist der eigentliche Drehprozess im Grunde unverändert geblieben. Das hat sich selbst durch die Zunahme von ansteuerbaren Achsen in den modernen Dreh-Fräszentren nicht verändert. Diese Systematik hat sich Ceratizit zunutze gemacht und das High Dynamic Turning kurz HDT entwickelt. Die simple Idee dahinter: Anstatt der klassischen, statischen Anstellung der Wendeplatte durch den Klemmhalter, wird nun die Frässpindel genutzt, um den entsprechenden Winkel zum Werkstück zu erzeugen. Durch die Nutzung des Spindelantriebs erzeugt sich in Verbindung mit dem schlanken, axialen Werkzeugaufbau der FreeTurn-Werkzeuge by Ceratizit, ein Freiheitsgrad von 360° ohne Kollisionsgefahr. Durch die Rotation um die eigene Werkzeugachse kann der Schneidkantenwechsel ohne Unterbrechung der Bearbeitung erfolgen. Auch der Anstellwinkel ist frei variierbar und lässt sich sogar während der Bearbeitung verändern. Das ermöglicht nicht nur eine flexible Bearbeitung nahezu jeder Werkstückkontur, sondern einen optimalen Spanbruch, höhere Vorschübe und eine Erhöhung der Werkzeugstandzeit. Für das High Dynamic Turning werden künftig keine statischen Drehwerkzeuge mehr benötigt, sondern durch dynamische ersetzt. Ein solches dynamisches Werkzeug ist der FreeTurn by Ceratizit. Der Clou: Die zum Patent angemeldete FreeTurn-Wendeschneidplatte kann aus mehreren Schneiden mit unterschiedlichen Eigenschaften bestehen. Das Werkzeug kann also auf die Bedürfnisse der Bearbeitung angepasst werden und bietet deshalb den Vorteil, mehrere Werkzeuge zu ersetzen.

Modulares Assistenzsystem für die Fertigung

ToolScope bietet einen objektiven und transparenten Blick auf Fertigungsprozesse. Es schützt Werkzeug und Maschine, hilft Schäden zu vermeiden und beschleunigt Fertigungsabläufe.
ToolScope bietet einen objektiven und transparenten Blick auf Fertigungsprozesse. Es schützt Werkzeug und Maschine, hilft Schäden zu vermeiden und beschleunigt Fertigungsabläufe.

Damit auch der innovativste Bearbeitungsprozess nicht sich selbst überlassen wird, hat Ceratizit ein Assistenzsystem für die Zerspanung entwickelt. ToolScope ermöglicht einen objektiven und transparenten Blick auf Fertigungsprozesse. Durch verschiedene Applikationen kann es zur Überwachung, Regelung, Optimierung und Dokumentation eingesetzt werden. Es schützt Werkzeug und Maschine, hilft Schäden zu vermeiden und beschleunigt Fertigungsabläufe. Auf Basis der tatsächlichen Signale werden Grenzbereiche gesetzt, bei deren Überschreitung je nach Anwendungsfall verschiedene Reaktionen ausgelöst oder abgeleitet werden können. Durch langfristige Daten-Erfassung und -Aufzeichnung lässt sich der Verschleiß von Werkzeug/Maschine ablesen und die Vorschubgeschwindigkeit automatisch variieren. ToolScope eignet sich insbesondere für Serienfertiger. Die gesteigerte Prozesssicherheit zahlt sich besonders bei Langläuferteilen, großen und komplexen Bauteile sowie teure Materialkompositionen aus.

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