NACHGEFRAGT: Was ist schon smart?

Sick auf der Hannover Messe: Halle 9, Stand F18

“Industrie 4.0 zum Anfassen” war das Motto von Sick vor zwei Jahren auf der Hannover Messe. Laut Bernhard Müller, Senior Vice President Sick, ist man heute bereits einen wesentlichen Schritt weiter in dieser Entwicklung. Wir haben bei ihm nachgefragt.

MM: Herr Müller, was ist für Sick eine smarte Fabrik?

Bernhard Müller: Die smarte Fabrik ist eine Bezeichnung, die aktuell im industriellen Umfeld sehr generisch verwendet wird. Womit ich etwas mehr anfangen kann, ist der Begriff der Industrie 4.0-Fabrik. Damit ist in meinen Augen eine Fabrik gemeint, die maximale Transparenz ihrer Prozesse in Form von Daten schafft. Basierend darauf ist es nun möglich, die Effizienz und Leistung der Fabrik kontinuierlich zu verbessern. Das ist Industrie 4.0.

MM: Mit Industrie 4.0 ist auch der Begriff des Edge Computing verknüpft. Inwiefern ist Sick hier aktiv?

Müller: Edge Computing ist notwendig, um die zu übertragende Datenmenge zu reduzieren. Hierzu verwenden wir Rechenleistung direkt am oder im Sensor. Ein zweiter Grund für Edge Computing liegt in der dezentralen Entscheidungsfindung z.B. zur Qualitätssicherung an der
Maschine – wenn also direkt an der Maschine automatisiert entschieden werden kann, ob ein Produkt den Qualitätsansprüchen genügt oder nicht.

MM: Laut Trendanalysen für das heurige Jahr ist Edge Computing DAS Trendthema schlechthin. Stimmen Sie dem zu?

Müller: Ja, dem stimme ich zu. In den Anfängen von Digitalisierung und I 4.0 verorteten viele Experten das Datenhosting und die -verarbeitung in der Cloud. Mittlerweile wissen wir, dass auch Rechenleistung neben der Cloud – in der Edge notwendig ist.

MM: Was bietet Sick heuer auf der HMI?

Müller: Unser Fokus liegt in diesem Jahr auf konkreten Lösungen für Industrie 4.0. Wir zeigen, wie durch Sensorintelligenz und Datentransparenz die Optimierung der gesamten
Wertschöpfungskette möglich wird. Unter dem Motto 4.0 Now erhält der Besucher einen Einblick in die smarte Fertigung des Sick-Standortes in Freiburg. Außerdem gibt Sick Einblicke, wie Waren und Güter innerhalb und außerhalb von Organisationen lokalisiert werden können, wie durch die granulare Intelligenz in Fabriken Datentransparenz im Detail erzeugt werden kann und wie Künstliche Intelligenz heute schon im industriellen Umfeld genutzt wird.

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