“Unsere Pumpen sind gefragt.”

Kreiselpumpeneinsatz bei schwierigen Fördermedien

Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit stehen bei der Förderung aggressiver, korrosiver oder toxischer Chemikalien und Gemische im Vordergrund. Hohe Temperaturen, temporäre Fördereinsätze oder kleine Mengen mit unregelmäßigem Zulauf, eine explosive Umgebung oder Medien, die zum Kristallisieren oder Polymerisieren neigen – bei diesen Aufgaben, dürfen weder Anlage noch Umwelt oder der Förderprozess selber beeinträchtigt werden.

Zu den fördertechnisch problematischen Stoffen gehören auch Flüssigkeiten, die gashaltig, mit Feststoffen beladen oder direkt aus Vakuum gefördert werden. Extrem heiße Anwendungen finden sich in Salzschmelzen. Das unterschiedliche Gefährdungspotenzial bestimmt maßgeblich die Pumpenwahl und damit die Art der Dichtung (Explosionsschutz,
TA-Luft etc.). In der Praxis hat die Zahl der Pumpen mit einer Magnetkupplung als Dichtung stark zugenommen. Kritische Förderprozesse und schwierige Medien sind mit üblichen Magnetkupplungspumpen allerdings nicht zu bewältigen.

Dichtung und Trockenlauf.

Die Art der Dichtung hat großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und die Lebenszykluskosten, denn die Pumpe muss die gestellte Aufgabe einwandfrei und mit möglichst geringem Wartungsaufwand – also auch langfristig kostengünstig – erfüllen. Aufgabe der Dichtungssysteme ist es, die rotierende Welle zur Umgebung hin abzudichten. Beim Einsatz von Kreiselpumpen mit einer Magnetkupplung als Dichtung trägt die Motorwelle in sogenannter Blockbauweise einen Außenmagnetrotor. Dieser überträgt die Magnetkräfte durch einen Spalttopf auf den Magnetinnenrotor der Pumpe.

Der Spalttopf, der das Medium hermetisch von der Umgebung abschirmt, und die Gleitlager werden bei den üblichen Magnetkupplungspumpen vom Förderprodukt gekühlt bzw. geschmiert. Diese Gleitlager dürfen nicht trockenlaufen und reagieren bei Feststoffen im Fördermedium unmittelbar mit Störungen. In der Praxis ist bei herkömmlichen Kreiselpumpen eine Trockenlaufsicherheit nur durch aufwändige und kostenintensive Zusatzmaßnahmen zu erzielen. Für viele komplexe und schwierige Anwendungen sind die trockenlaufsicheren und hermetisch dichten Kreiselpumpen von Bungartz langjährig erfolgreich im Einsatz. Ihre Dichtungs- und Lagertechnologie arbeitet unabhängig vom Fördermedium. Sie sind den magnetgekuppelten Standardpumpen unter anderem durch ihre sichere Betriebsweise weit überlegen, denn sie bewältigen auch Feststoffgehalte oder Gasanteile im Fördermedium.

Doch was versteht man unter Trockenlaufsicherheit? Es ist die Fähigkeit einer Pumpe, schwierige Betriebssituationen ohne Schaden oder Herbeiführung einer gefährdenden Situation zu verkraften. Zu den schwierigen Situationen zählen hier Förderprozesse, in denen nur wenig oder gar kein Fördermedium im Pumpengehäuse ist oder hohe Gasanteile im Fördermedium auftreten.

Lösungsorientiert und intelligent kombiniert.

Der Kreiselpumpenhersteller Bungartz hat mit effektiven Konstruktionselementen und der intelligenten Kombination von Eigenschaften eine Serie von Pumpentypen geschaffen, die sich bereits bei zahlreichen extremen bis extremsten Anwendungen bewährt haben. Basis der DryRun-Technologie sind die Magnetkupplung und das Wälzlager, die unabhängig vom Fördermedium arbeiten. Die Wälzlager sind fettgeschmiert und laufen in einer geschlossenen Gasatmosphäre und damit in einer „sauberen“ Umgebung.

Für viele komplexe und schwierige Anwendungen sind die trockenlaufsicheren und hermetisch dichten Kreiselpumpen des Herstellers Bungartz langjährig erfolgreich im Einsatz.
Für viele komplexe und schwierige Anwendungen sind die trocken-laufsicheren und hermetisch dichten Kreiselpumpen von
Bungartz langjährig erfolgreich im Einsatz.

Dadurch ist ihre Lebensdauer extrem hoch (im Schnitt mehr als fünf Jahre). Ein zwischen innerem und äußerem Magnetrotor befindlicher keramischer Spalttopf ist druckentlastet und ermöglicht eine wirbelstromfreie Magnetfeldübertragung ohne Produktberührung und damit einen trockenen Betrieb. Das Fördermedium wird bei sehr aggressiven und für Dichtungen anspruchsvollen Anwendungen während des Betriebs und auch während des Stillstandes von der eigentlichen Dichtung komplett ferngehalten. Durch diesen permanenten Trockenlauf wird eine extrem hohe Langlebigkeit erzielt.

Extreme bis extremste Anwendungen

In Kombination mit wesentlichen Konstruktionselementen sind die eigensicheren Bauarten für extreme bis extremste Anwendungen mit herausragenden Eigenschaften entwickelt worden: Die Horizontalpumpen vom Typ MPCH mit der Flüssigkeits-Feststoffseparation in einem vorgelagerten Labyrinthbereich, die Vertikalpumpen mit Wälzlagerung vom Typ MPCV/MPCVAN und die trockenlaufenden Tauchpumpen vom Typ MPCT/MPCTAN. Letztere sind Spezialisten bei Slopanwendungen. Die MPCTAN als selbstregelnde, kavitationsfreie Variante ist auch für Gefahr-Zone 0 geeignet. Die selbstentlüftende Vertikalkreiselpumpe MPVAN ist selbstregelnd wie alle Pumpen vom Typ AN. Sie wurde für den Einsatz bei siedenden, reinen Flüssigkeiten oder zur Komplettleerung von Tankfahrzeugen entwickelt.

>>>> KURZ GEFRAGT: Dipl.-Ing. Frank Bungartz im Interview