Mini-Fabrik für Schüler am TGM Wien

Die Schüler des TGM in der Mini-Fabrik für Industrie 4.0. | Foto: TGM/Hetzmannseder
Die Schüler des TGM in der Mini-Fabrik für Industrie 4.0. | Foto: TGM/Hetzmannseder

Am TGM in Wien nimmt eine Mini-Fabrik den Betrieb auf, gebaut von Schülern und für Schüler. An einer echten Fertigungsstraße lernen die künftigen Ingenieure, was Industrie 4.0 bedeutet. Augmented Reality folgt heuer. Interessierte können die Anlage am Tag der offenen Tür, am 25. Jänner von 14 bis 18 Uhr, besichtigen und sich eine Zuckerlschachtel fräsen lassen.

Die digitale Fertigungsstraße besteht aus einem langen Transportband, an dem vier Industrieroboter und zwei Werkzeugmaschinen zum Schneiden und Fräsen andocken. Alle Teile sind digital verbunden, ergänzt durch eine Reihe Sensoren, gesteuert mit professioneller Industrie-Software. Zwei Schülergruppen haben die Werkzeugmaschinen aus handelsüblichen Teilen gebaut, programmiert und die Software für die Steuerung eingebaut. Die ersten Produkte des Hauses sind Schachteln aus Hartschaum, bestückt mit Pralinen. Ein Cocktail-Roboter stellt jeweils einen Becher Himbeersaft dazu.

Der süße Spaß hat einen ernsthaften Hintergrund. Die Jugendlichen können in spielerischer Form lernen und ausprobieren, wie eine digitale Produktion funktioniert. Denn die Modell-Fertigungsstraße entspricht den neuesten technischen Standards nach Industrie 4.0. Das bedeutet, dass Maschinen, Roboter und Förderband vernetzt sind und sozusagen miteinander „reden“. Ein Roboterarm packt die Schachtel nicht stur nach Zeitplan, sondern genau dann, wenn die Fräse ihm mitteilt, dass sie mit dem Stück jetzt fertig ist.

Damit verwirklicht die Mini-Fabrik einen hohen Grad an Digitalisierung. Sie wird in der Ausbildung für Maschinenbau eingesetzt, speziell in der neuen Richtung „New Technologies and Smart Mechanics“, wo Konstruktion und Mechanik mit IT und Robotik zusammenspielen.

„Wir richten diese Modell-Fertigungsstraße ein, um unseren Schülerinnen und Schülern eine Ausbildung auf dem neuesten Stand der Technik zu ermöglichen“

Gabriele Schachinger, Abteilungsvorständin für Maschinenbau am TGM, sieht darin praktischen Erfahrungen in Industrie 4.0, die den Absolventen ausgezeichnete berufliche Chancen ermöglichen.

Virtueller Zwilling für die Datenbrille

Im Unterricht können die Jungtechniker echte Aufgaben aus der Praxis üben: Schachteln in unterschiedlichen Formen erzeugen, neue Sensoren in das System einfügen, die Anlage umbauen, Stückzahlen und Tempo ändern und vieles mehr.

Die nächsten Jahrgänge verbessern das System weiter. Bis zum Sommer soll die Anlage komplett am Computer abgebildet sein, so dass ein „virtueller Zwilling“ entsteht. Dieses Abbild im Computer macht dasselbe wie die reale Anlage. Das ermöglicht Augmented Reality. Die Schüler können dann mit einer Datenbrille oder mit einem Tablet arbeiten, die laufende Produktion aus der Ferne überwachen, Werte wie Tempo und Temperatur ablesen, aber auch in das Bild „hineingreifen“ und die reale Anlage steuern.

Besichtigung der Modell-Fertigungsstraße:
TGM – Tag der offenen Tür
25. Jänner 2019, von 14:00 bis 18:00 Uhr
Wexstraße 19-23, 1200 Wien

zur Website des TGM Wien