FAULHABER liefert Antrieb für künstliches Crewmitglied der ISS

Die „Crew“ der Horizons-Mission, die heute zur Internationalen Raumstation ISS aufbricht, hat Motoren von FAULHABER an Bord. Sie dienen als Antrieb für den Astronauten-Assistenten CIMON (Crew Interactive Mobile Companion), ein wissenschaftliches Projekt mit der ersten künstlichen Intelligenz (KI) für die ISS. Der frei fliegende Technologie-Demonstrator soll Astronauten bei Routinearbeiten entlasten und bei technischen Problemen als Frühwarnsystem fungieren. Freundliches Gesicht und Stimme machen ihn zu einem “Kollegen” der Besatzungsmitglieder, mit dem sie in einen echten Dialog treten können.

Der Astronauten-Assistent des Projektes CIMON hat etwa die Größe eines Medizinballs und wiegt rund fünf Kilogramm. In der Schwerelosigkeit des Alls schwebt er frei im Raum und fliegt auf Zuruf zum Astronauten, der seine Hilfe in Anspruch nimmt. Er wird von vierzehn kleinen Propellern bewegt, die ihn in die gewünschte Position befördern und dort halten. Sie werden von bürstenlosen DC-Servomotoren der Serie 0824 von FAULHABER angetrieben; für ihre Steuerung sorgen Speed Controller der Serie SC1801. Die Motoren wurden wegen ihrer Zuverlässigkeit und Langlebigkeit bei sehr kleinen Abmessungen, geringem Gewicht und niedrigem Energieverbrauch ausgewählt.

Bürstenlose DC-Servomotoren Serie 0824…B | Bild: Faulhaber
Bürstenlose DC-Servomotoren Serie 0824…B | Bild: Faulhaber

Die Horizons-Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst ist für den Zeitraum Juni-Dezember 2018 geplant. Die künstliche Intelligenz des Technologie-Demonstrators wurde unter anderem mit Stimmbeispielen und Fotos von ihm trainiert. Gerst soll drei Versuche mit dem Missionsbegleiter durchführen: Astronaut und Assistent werden mit Kristallen experimentieren, zusammen den Rubik-Zauberwürfel lösen und ein komplexes medizinisches Experiment durchführen, bei dem CIMON die einzelnen Schritte ansagt und als „intelligente“ fliegende Kamera dient. Während Gerst nach Abschluss der Mission zur Erde zurückkehren wird, soll der künstliche Helfer an Bord bleiben und künftige Missionen unterstützen.